Ensemble

De Knippschaff

Annette

Annette Fuchs, Jahrgang „Ene Besuch em Zoo“.
Sie hatte 2011 die Idee zur Knippschaff, und fragte kurzerhand Hans Knipp per
Telefon nach seinen persönlichen Lieblingsliedern. Aus dem als Eintagsfliege
geplanten Auftritt im Singenden Holunder wurde über die Jahre die
Erinnerungskapell, die wir heute sind.
Die Sängerin, Texterin und Komponistin gründete ebenso die „KamellKapell“, ist
Mitglied von Musica Mortalis und schrieb für ihre ehemalige Band „Schmackes“ die in
einschlägigen Karnevalskneipen weltberühmte Hits „Dicker Pitter“, „Dä Nubbel“ oder
das mit Peter Brings eingesungene Duett „Fastelover“.

Richard

Richard Juretzki: Jahrgang „Loss doch de Fisematentcher!“, arbeitet seit 35 Jahren in
der Logistik eines Chemiekonzerns. Die Rente wetterleuchtet schon am Horizont.
Fast von Anfang an bei der Knippschaff, greift er zart in die Saiten und gelegentlich
auch mal zur Mundharmonika.
Der Bickendorfer in 3. Generation lernte von klein auf die kölsche Mundart bei den
Großeltern in Omas Küche in der Rochusstraße 311, die er in einem herrlichen Lied
besingt. In St. Dreikönigen und St. Rochus ist er fester Bestandteil der „Mess op
Kölsch“ und in verschiedensten Ensembles gern gesehener Gastmusiker.
Doch mindestens eine weitere musikalische Seele wohnt, ach, in seiner Brust.
In der klassischen Rockmusik von Pink Floyd bis zu den Eagles kommt seine Liebe
zur E-Gitarre und den „anderen“ Klängen zur Geltung.

Bömmel

Günther „Bömmel“ Lückerath: Jahrgang „Prima Prümmcher“, war lange Jahre
Messdiener, bevor er über den Umweg vom Maschinenschlosser ins Musik-Business
wechselte.
Schon in den ersten Jahren waren er, Kafi Biermann und Hartmut Priess, wenn es ihr
Terminkalender bei den Bläck Fööss zuließ, gelegentlich bei Konzerten der
Knippschaff zu Gast. Seit seinem Abschied bei den Bläck Fööss 2022 gehören er
und Kafi fest Ensemble. So ganz ohne hält er es halt doch nicht aus.
Als Teil der „Drei Fööss“ engagiert er sich seit langen Jahren für die Förderung von
musikalischem Brauchtum und kölscher Mundart bei Kindern, seien es die Pänz von
Griechenmarkt oder der Kinderchor St. Stefan, Gitarren Flash-Mobs im Domforum
oder Karnevalssitzungen von und für Schulen.

Doro

Dorothee Lückerath: Jahrgang „Wie kann die Polizei“, arbeitete als
Krankenschwester, bevor sie Frau Bömmel wurde.
Da sie gerne mehr Zeit mit Ihrem Mann verbringen wollte, stieß sie 2023 als vorerst
letztes Mitglied zur Knippschaff.

Tanja

Tanja Krämer: Jahrgang „Minge Quetschbüggel klemmt“, arbeitet hauptberuflich als
Programmiererin.
Ihr warmes Intro für „Mir schenke der Ahl e paar Blömscher“ zaubert jedes Mal ein
hundertfaches Lächeln auf die Gesichter im Saal.
Sie spielte Akkordeon bei der „Famillich“ und Kontrabass bei „Antweiler, Graf & Co“,
zieht an Karneval Posaune spielend mit „Trööt op jöck“ durch die Kneipen und steht
mit Annette Fuchs bei der KamellKapell und bei Musica Mortalis auf der Bühne.
In der ehemaligen Kneipe, in der sie wohnt, ist zum Glück auch noch Platz für einen
Flügel und ein Schlagzeug, da ihre Kinder eine gute Portion ihrer Talente geerbt
haben.

Achim

Achim Pietzner: Jahrgang „Et Bimmel-Bammel-Bei’re-Leed“, arbeitet als
selbständiger Handwerker.
Als er 2004 die ersten Male sonntags den Weißen Holunder besuchte, entdeckte er
seine Liebe zum Publikum und zum Singen kölscher Lieder. Sein Bassbariton
prädestinierte ihn bei der Knippschaff von Anfang an für den Zahldag.
In der hessisch-kölschen Rockband „Hingerhoff“ tourt er seit zehn Jahren durch Köln
und das Umland.

Kafi

Kafi Biermann: Jahrgang „Maht üch Freud“, war lange Jahre Chorknabe, bevor er
vom Dozenten der Sporthochschule, Kölner Haie und FC Köln Konditions-Trainer ins
Musik-Business wechselte, um seinem geheimsten Wunsch, einmal Weihbischof zu
werden, ein bisschen näher zu kommen.
Schon in den ersten Jahren waren er, Bömmel Lückerath und Hartmut Priess, wenn
es ihr Terminkalender bei den Bläck Fööss zuließ, gelegentlich bei Konzerten der
Knippschaff zu Gast. Seit Bömmels Abschied bei den Bläck Fööss 2022 gehört auch
er fest zum Ensemble. So ganz ohne hält er es halt doch nicht aus.
Als Teil der „Drei Fööss“ engagiert er sich seit langen Jahren für die Förderung von
musikalischem Brauchtum und kölscher Mundart bei Kindern, seien es die Pänz von
Griechenmarkt oder der Kinderchor St. Stefan. Er hat das „Mobilé Theater“
gegründet und in den 80er mit der Telegymnastik auch Bewegung in die rheinischen
Wohnzimmer gebracht.
Mit „Kafi con leche“ spielt er mit seinen beiden Söhnen gerne auf Benefizkonzerten,
und trainiert nebenbei den Nachwuchs der Spielvereinigung Frechen. In seiner
Wahlheimat ist der gebürtige Westfale außerdem als berüchtigter Kaninchenzüchter
bekannt.

Anja

Anja Held: Jahrgang „Ne Besuch em Zoo“, ehemals Wirtsfrau des Sürther
Bootshauses, arbeitet inzwischen als Bürokraft (mit immer noch leichter Tendenz
zum Catering für die Kollegen).
Zu ihrem Glück hat niemand sofort „Hier“ gerufen, als Annette Fuchs 2011 fragte,
wer denn am ersten Knippschaffs-Abend im Singenden Holunder den „Feschers
Köbes“ vortragen wolle.
Als ein Autounfall 2003 ihre sportliche Karriere jäh beendete, wurde ein Jahr später
aus den ersten sonntäglichen Besuchen im Weißen Holunder ein neues Hobby.
Ohne jegliche musikalischen Vorkenntnisse, sang es sich hinten an der Theke und
mit Textheft, zusammen mit all den anderen Kneipen-Gäste, ganz leicht.
In der karnevalistische Einöde Schleswig Holsteins aufgewachsen, hat sich die
ehemalige Flensburgerin in den letzten Jahrzehnten zur Flönzburgerin gemausert.

Sebastian

Sebastian Juretzki: Jahrgang „Wann es de Schull endlich us?“ und ein Jahrzehnt nach „Karneval es minge Papa jeck“.
Er studiert im Endspurt
und spielt seit seiner Jugend Bassgitarre.
2017 hat er den Platz als Bassist bei der Knippschaff eingenommen, der zuvor nur
sporadisch bei Gastauftritten von Hartmut Priess besetzte war. Mit seinem Spiel hält
er das ganze Schmölzchen musikalisch schöner zusammen, als es ein Schlagzeug
je könnte. Darüber hinaus hat er Ahnung von der Technik, die für die Auftritte
unerlässlich ist.
Familiär bedingt ist er Bickendorfer in 4. Generation.

De Knippschaff – Das Ensemble zu Ehren von Hans Knipp

Als Annette Fuchs 2011 Hans Knipp anrief, und ihn um ein Programm für den
Singenden Holunder bat, war dieser von der Idee, eine persönliche Set-Liste dafür
vorschlagen zu können, sofort begeistert. Schon kurz danach erhielt sie eine Liste
von Titeln, die ihm besonders wichtig waren.
Nachdem ein Auftrittstermin feststand und zu fünft schon kräftig geprobt worden war,
ist Hans Knipp leider überraschend und viel zu früh verstorben, so dass er den
ersten Auftritt der Knippschaff nicht mehr miterleben konnte.
Niemand hätte sich wohl träumen lassen, dass daraus ein bis heute bestehendes
Musikprojekt entstehen würde. Doch nach dem zunächst als einmalig gedachten
Konzert im Weißen Holunder kamen weitere Auftritte hinzu, deren vorläufiger
Höhepunkt 2013 auf Einladung von Kafi Biermann, Bömmel Lückerath und Hartmut
Priess ein OpenAir Konzert auf großer Bühne zum 125-jährigen Bestehen des
Museums für Stadtgeschichte war.
Seitdem haben die drei, wenn es ihr enger Terminplan bei den Bläck Fööss zuließ,
immer wieder gerne mit der Knippschaff musiziert. Während Hartmut Priess sich
2020 komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, sind Bömmel und Kafi, seit
ihrem Abschied bei den Bläck Fööss 2022, feste Ensemblemitglieder geworden.
Zu den ursprünglich von Hans Knipp ausgewählten Liedern sind über die Jahre
etliche weitere Titel aus seiner Feder zum Repertoire hinzugekommen, sowohl
Klassiker als auch selten gesungene Perlen. Zum Glück ist sein musikalisches Erbe
groß genug, um wohl auch in den kommenden Jahren immer wieder für
Überraschungen zu sorgen.

Eindrücke & Videos


Quelle/Foto: Archiv Gerig-Verlag

Wer war eigentlich Hans Knipp?

Hans Knipp – die kölsche Seele in Liedern

Der Name Hans Knipp ist vielen unbekannt – seine Lieder kennt dagegen fast jede*r in Köln. Nicht umsonst nannte man ihn „Kölns bekanntesten Unbekannten“. Stücke wie „Mer losse d’r Dom en Kölle“, „Der Stammbaum“, „Buuredanz“, „Dat Wasser vun Kölle“ oder „Ming eetste Fründin“ gehören längst zum musikalischen Gedächtnis der Stadt: Ein paar Takte genügen – und alle können mitsingen.

Hans Knipp schrieb rund 870 Lieder und prägte damit den kölschen Sound wie kaum ein anderer. Neben seinen berühmten Kompositionen für die Bläck Fööss stammen auch viele Hits der Paveier aus seiner Feder, darunter „Ich han de Musik bestellt“, „Buenos Dias Matthias“ oder „Heimat es“.

Geboren 1946, ohne Schulabschluss und musikalisch Autodidakt, war Knipp ein sensibler, genauer Beobachter des Lebens. Seine frühen Erfahrungen mit Gelegenheitsjobs, knappen Verhältnissen und dem rauen Alltag der Straße spiegeln sich in seinen Texten wider: ehrlich, warm, humorvoll – und immer nah an den Menschen.

Reich wurde Hans Knipp nie. Wichtig war ihm etwas anderes: Lieder zu schreiben, die berühren. Oder wie er selbst sagte:
„Et sin drei Minuten, wo die Leute ihre Scheiss-Situation mal vergessen – und dann is et ja och okay.“

Hans Knipp starb am 2. Dezember 2011. Seine Lieder aber leben weiter – als Verkörperung der kölschen Seele, der Identität und des besonderen Gefühls dieser Stadt.

Alle Bandfotos: Karl Pfleging